Ballermann-Niveau im Radio

Donnerstag 24. April 2008 von Norman

Die “Sueddeutsche” berichtet unter dem Titel “Ballermann auf Bayern 3″ ueber den derzeitigen Zustand der Radiohitparaden:
Dummdeutsch unter der Gürtellinie: Kulturbeauftragte wie Medienminister Sinner beklagen das sinkende Musik-Niveau im öffentlich-rechtlichen Radio.

Wie auch schon in einigen Podcasts festgestellt wurde, gibt es derzeit sehr viele Lieder in den Verkaufshitparaden, die entweder aus dem Klingeltonlager stammen (”Schnuffel”) oder die sich eher an die Partyfraktionen wenden.

Die Mainstream-Popmusik in Bayern ist auf Ballermann-Niveau angekommen. In den Single-Charts des Hitsenders Bayern3 stehen seit Monaten Lieder, bei denen nicht nur grammatikalische Regeln außer Kraft gesetzt sind, sondern auch sittliche Gepflogenheiten. (…) Gerade lebt beispielsweise Jimi Blue, der 17-jährige Sohn von Uwe Ochsenknecht, mit “Hey Jimi” ohne Tabus seine Pubertät aus und Alex C. feat. Yass singen über “Doktorspiele”. (…)
Ist der “Kuschel Song” mit der Zielgruppe Zahnspangenträger wenigstens noch jugendfrei, dürften selbst hartgesottenen Ballermann-Fans inzwischen Zweifel an der Qualität des Musik-Massengeschmacks kommen, wenn sie Mickie Krause in den Charts hören. Sein Song “Finger im Po, Mexiko” war über Wochen hinweg in der Hitparade vertreten.(…)
Es sei ein Irrglaube zu denken, dass jedem Redakteur gefalle, was er spiele, sagt Bayern-3-Moderator Thomas Resch. “Freilich wundern wir uns auch manchmal, aber wir müssen uns dem Massengeschmack unterordnen.”

Das Problem ist, dass dieser “Massengeschmack” aufgrund neuartiger Berechnungsformeln fuer die Charts mittlerweile arg verzerrt wird. Vor allen Dingen aufgrund der Tatsache, dass MP3-Klingeltoene mittlerweile in die Berechnungen der Hitparaden einfliessen, sollten diese MP3-Dateien vollstaendige Songs beinhalten. Nicht jedes Lied, das beispielsweise zuhause gerne gehoert wird, eignet sich auch zum markanten Klingelton. Und in Anbetracht der Tatsache, dass es im Vergleich zu frueher mittlerweile nur verhaeltnismaessig wenige verkaufte Einheiten eines Liedes braucht, damit dieses in die Charts kommt und auch aufgrund der Tatsache, dass taeglich etliche Klingeltonsongs alleine in Deutschland heruntergeladen werden, schieben sich in den daraus resultierenden Hitparaden markige Songs schnell nach vorne. Dadurch erlangen diese Lieder einen hoeheren Verbreitungsgrad und finden dadurch wiederum auch schneller den Weg in die Radiohitparaden, auch wenn diese sich unter Umstaenden nicht direkt an den Verkaufszahlen orientieren sollten…

Der Sommer kommt… es kann nur noch -vorsichtig ausgedrueckt- “interessanter” werden…

Link zum vollstaendigen Artikel bei Sueddeutsche.de

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 24. April 2008 um 11:19 und abgelegt unter News. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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